Unser Standpunkt zum B-Plan 11-178 / Trabrennbahn Karlshorst

Der Bürgerverein Berlin-Karlshorst e.V. begrüßt es ausdrücklich, dass Bewegung in die Planungen zur Gestaltung und zum Erhalt der Trabrennbahn Berlin-Karlshorst kommt. Wir müssen davon ausgehen, dass der Trabrennsport in Deutschland an Attraktivität verloren hat und dass deshalb über eine verträgliche neue Nutzung des Areals Trabrennbahn nachgedacht werden muss. Der Schwerpunkt muss dabei auf dem weitestgehenden Erhalt seines grünen Charakters liegen.

Das überarbeitete Konzept zum B-Plan 11-178 kommt unseres Erachtens diesem Anliegen entgegen. Darum hier unsere Anmerkungen:

  • Erhalt des grünen Charakters / Denkmalschutz

Wir begrüßen die dauerhafte Sicherung des Geläufs und des Innenbereichs der Trabrennbahn vor Bebauung und somit seinen Erhalt für Pferde- und Freizeitsport.
Positiv ist auch, dass ca. 67 Prozent des gesamten Plangebietes als Freifläche sowie ca. 18 Hektar als Grün- und Waldflächen dauerhaft vor einer Bebauung gesichert werden. Gleiches gilt für die Rohrlake, geschützte Biotope und geschützte, auf dem Gelände angesiedelte Tierarten. Ebenso unterstützen wir den geplanten Umgang mit Regenwasser.
Ebenso begrüßen wir den Erhalt der fünf eingetragenen Baudenkmale sowie des auf unsere Initiative hin gesicherten Reiterdenkmals. Bezüglich des Denkmals „Alte Waage“ verweisen wir auf den dringenden Handlungsbedarf, bevor der Zerfall zu weit vorgeschritten ist.
Die Sicherung des inklusiven Pferde- und Reittherapiezentrum unterstützen wir ausdrücklich.
Es stellt sich aber die Frage der künftigen Nutzung durch die beiden privaten Reitsportanbieter. Wird diese auf dem Gelände auch bzw. wieder möglich sein?
In unserer Stellungnahme von 2021 hatten wir noch eine Bebauung am Nordeingang vorgeschlagen. Die jetzt geplante öffentliche Parkanlage von etwas mehr als einem Hektar ist jedoch die bessere Lösung.
Die geplanten Wegeverbindungen für Fußgänger und Radfahrer in die Wuhlheide greifen ein altes Anliegen des Bürgervereins auf. Wir sind damals leider am der Haltung der Verantwortlichen im Nachbarbezirk gescheitert.

  • Geplanter Wohnungsbau

Wir verstehen den Wunsch nach mehr Wohnungen für „normale“ Mieterinnen und Mieter. Bei der Neubebauung sollte deshalb zugleich ein Anteil kleiner, bezahlbarer Wohnungen vorgesehen werden, die insbesondere Studierenden zur Verfügung stehen können. Die Bebauung längs der Treskowallee findet unsere Zustimmung, allerdings nur bezüglich einer Gebäudehöhe gemäß Variante 2 mit durchgehender Höhe aller Gebäude von vier Geschossen plus Staffelgeschoss. Diese Höhe korrespondiert einerseits ungefähr mit den vorhandenen Bauten nördlich des Gebietes (z.B. Kita „Kleine Traber“) und andererseits mit dem Charakter der durchgehenden Bebauung auf der gegenüberliegenden Westseite der Treskowallee.
Wir können uns weiterhin am Eingang zum Planungsgebiet Treskowallee – Bezirksgrenze einen Solitär als „Tor“ nach Karlshorst vorstellen, der die Bebauung der vier Geschosse plus Staffelgeschoss um zwei bis drei Geschosse überragt.
Bei der Nutzung der Neubebauung längs der Treskowallee sollte auf „Dienstleistungen“ im Erdgeschoss orientiert werden, denn die Ansiedlung von Versorgern in diesem Bereich sind bisher mangels Kundschaft fehlgeschlagen.
Aus berechtigter Sorge um die dringend benötigte Frischluftschneise „Wuhlheide – Karlshorst“, deren Bedeutung angesichts des Klimawandels weiter zunimmt, lehnen wir die vorgeschlagene, immer noch zu kompakte Randbebauung zur Wuhlheide weiterhin ab. Vorstellen können wir uns dagegen wenige Solitäre längs der Bezirksgrenze. Deren maximale Höhe sollte die Höhe der Tribüne auf der Trabrennbahn nicht überschreiten. Für diese Gebäude halten wir eine Belegung mit Wohnberechtigungsschein (WBS) sowie mit Studierenden für sinnvoll.

  • Zweiter Rettungsweg Carlsgarten:

Bereits in unserer Stellungnahme von 2021 griffen wir die Befürchtung der Bewohner der Siedlung Carlsgarten auf, die einen Anreiz für Schleichverkehr durch ihre Siedlung durch einen Rettungsweg befürchteten.
Es ist jedoch unserer Meinung nach möglich, einen solchen Weg so einzurichten und zu sichern, dass nur Rettungskräfte die Absperrung öffnen können. Andererseits erschließt sich uns nicht, welchen Sinn Schleichverkehr durch Carlsgarten haben soll, wenn man dann an der Kreuzung Am Carlsgarten/Treskowallee im Stau steht.
Wir machen auch darauf aufmerksam, dass ein Rettungsweg nicht nur für Notfälle im Carlsgarten, sondern auch in der neuen Wohnbebauung zur Verfügung stände.